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Chantal Plein, Schülerin des Albertus-Magnus-Gymnasiums, ist eine von 24 Wertebotschafterinnen der Oberpfalz! Im Schullandheim Falkenlohe-Tannenberg wurden Anfang Februar Heranwachsende der achten und neunten Klasse aus allen Schularten zu Wertebotschaftern ausgebildet – die Offensive des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus setzt auf einen neuen Ansatz, der nicht von oben herab, sondern über die Menschen etwas verändern will, auf die es in Zukunft ankommt: die Jugend von heute. Beworben haben sich über 90 Schülerinnen und Schüler, wobei jede Schule einen Vorschlag abgeben durfte. Chantal war sicherlich die richtige Wahl: Sie engagiert sich seit Jahren als Tutorin und Lerntutorin sowie in der Umwelt-AG und im Indienhilfeteam.

Werte machen Schule

In einer ganzen Woche machte sich Frau Scherr aus München, Mitarbeiterin der Ministerialrätin Frau Kleinhappl, zusammen mit Frau Schießl und Herrn Gabler, dem Sozialpädagogen für die Gymnasien der Oberpfalz, die Mühe, mit den Kandidaten ihre Ansichten zum Thema "Werte" zu reflektieren, Projekte auszuarbeiten und auszuprobieren, Fragen des Datenschutzes und der Kommunikation zu klären. Kurzum: Die ausgewählten Schüler sollten gestärkt und darauf vorbereitet werden, was und wie sie ihre Ideen dann an ihren Schulen verwirklichen können. Im Schuljahr 2018/19 wurde die erste Pilotphase dieses Projekts in den Regierungsbezirken Schwaben, Niederbayern und Oberfranken durchgeführt, dieses Schuljahr folgte die Pilotphase II in Oberbayern, Mittelfranken, Unterfranken und in der Oberpfalz.

Werte machen Schule – doch wer macht Werte? Angesichts erschreckender Anschläge und mangelnder Integration ist wohl jedem klar geworden, dass ein Zusammenleben die Courage vieler Bürger braucht. Auch der Lebensraum Schule ist ein Ort, an dem widerstreitende Interessen und Probleme zu Konflikten führen. Doch wofür stehen wir? Und was ist eigentlich den Kindern und Jugendlichen wichtig? Vor allem aber: Worum geht es konkret? Werte leben heißt etwas anderes, als Vorträge zu halten. Rücksichtsvolles Handeln und Achtsamkeit sollen keine leeren Worthülsen auf Blättern bleiben. Wertvolle Projekte sind stattdessen Aktionen, die wirklich eine Verhaltensänderung herbeiführen können. Was Chantal im Sinn hat? "Vieles!", antwortet sie und schon jetzt konnten einige Ideen umgesetzt werden. Die AG "Wertediskussion – was UNS wichtig ist" hat sich gegründet und plant einen Fotowettbewerb. Auf diese Weise kommen Schüler zusammen und diskutieren, kommunizieren und reflektieren. Außerdem werden im neuen Hausaufgabenheft der Schule Begriffserklärungen und Handlungstipps ihren Platz haben. Auf diese Weise begreifen manche, was wertschätzendes Verhalten eigentlich ist. Erste Erfahrungen der frisch gebackenen Wertebotschafterin? Es gibt vieles, was uns alle stört, und: Stehenbleiben ist doch keine Lösung.

Als Problem sehen Teenager den fehlenden Respekt von Schülern untereinander und gegenüber Lehrkräften. Auf der anderen Seite ist aber auch respektvolles Verhalten von Erwachsenen gegenüber Jüngeren stets angebracht. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Und dies ist schon ein erster wichtiger Schritt: innehalten, diskutieren, überdenken, Gemeinsamkeiten finden. Was sind unsere Werte, wofür stehen wir?

Es war eine wirklich wertvolle Woche im Schullandheim Falkenlohe-Tannenberg, nach der Chantal mit vielen Denkanstößen an die Schule zurückkam. Die Neuntklässlerin ist über sich hinausgewachsen. Sie hat so viel geredet wie noch nie, Projektmanagement gelernt, Methoden ausprobiert und vor allem aber eines gelernt: Wer Gesellschaft verändern will, muss mutig sein – und auf keinen Fall leise. Hoffentlich findet sie viele Mitstreiter.

Nina Eckert