Am 4. Februar führten die Fachschaften der sogenannten MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik und den Naturwissenschaften Physik und Chemie einen Projekttag für die 7. Klassen durch. In Kleingruppen wurde den Schülerinnen und Schülern mit vielen Übungen und Experimenten praxisnah der Zugang zu naturwissenschaftlichen Arbeitsweisen nähergebracht. Während des gesamten Vormittags durchliefen alle Siebtklässler an diesem MINT-Tag ein umfangreiches und vielseitiges Programm.
Chemie
In einer 45-minütigen Chemie-Show wurde durch Herrn Daubenmerkl das geboten, was ein jeder Zuschauer erhofft hatte: Explosionen, Knall und Rauch und überraschende Reaktionen – eben alles, was das Chemiker-Herz höher schlagen lässt. Im Anschluss durften die Schüler selbst experimentieren. Sie stellten Gase wie Kohlendioxid und Wasserstoff her. Letzteres wurde im kleinen Maßstab mit der Knallgasprobe nachgwiesen. Da war schon mal ein lauter oder leiser„bellender Hund“ zu hören, wenn die Schüler das Gas entzündeten - aufregendes Erschrecken inbegriffen.
Mit etwas Wasser, Öl, Brausetabletten und Lebensmittelfarbe entstanden Lavalampen, die für eine magische Atmosphäre sorgten. Und mit dem Farbenspiel der Indikatoren für Säure und Lauge konnte man chemisch kreativ sein.

Farbenspiel, Foto: privat

Lavalampe, Foto: privat

Silberwald, Foto: privat
Unter dem Mikroskop ließ sich beobachten, wie Silberzweige um einen Kupferdraht herumwachsen und ein „Silberwald“ entsteht – mystisch schön.
In einem kleinen Wettkampf war noch etwas Geschicklichkeit gefragt – wer bekommt die meisten Wassertropfen auf eine 5-Cent-Münze? Über 40 Tropfen! Da staunten die Schüler nicht schlecht! Auch darüber, dass man ein Streichholzboot mit Kernseife antreiben kann.

Silberzweige um Kupferdraht, Foto: privat

Wird der Hund bellen?, Foto: privat

Bau einer „Lavalampe“, Foto: privat

Wassertropfen auf Münze, Foto: privat
Informatik
Schere-Stein-Papier, was hat dieses Spiel mit Programmierung zu tun? Dieser Frage gingen die Schülerinnen und Schüler des Informatik-Workshops nach und kamen zu folgender Antwort: Sehr viel: Beide Vorgänge laufen nach einer bestimmten Ausführungsvorschrift, einem Algorithmus ab.
Dankenswerterweise entführten Mitarbeiter der Firma Aumovio Regensburg unsere Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen in die Welt der Programmierung mit dem Calliope mini, einem Einplatinencomputer, der speziell für Bildungszwecke entwickelt wurde.

Foto: https://calliope.cc/calliope-mini/uebersicht
Neben 25 roten sowie einer RGB-LED und zwei programmierbaren Buttons enthält der Calliope mini einen kombinierten Lagesensor mit Bewegungssensor und Kompass sowie ein Funk-Modul, mit dem ein Calliope mini mit anderen Calliope mini kommunizieren kann.
Nach einer kurzen Einführung in die Algorithmik lernten die Schülerinnen und Schüler den Calliope mini kennen.

Foto: privat
Das Kernstück des Workshops war die Programmierung von verschiedenen Miniprojekten: So galt es auf dem Display des Calliope mini ein blinkendes Herz anzeigen zu lassen, einen Rundenzähler zu schreiben oder das Spiel Schere-Stein-Papier zu implementieren.

Foto: privat
Eine besondere Herausforderung war das Programmieren eines Diebstahlalarms für eine Truhe voller Gummibärchen. Mithilfe der Sensoren des Calliope mini sollte ein Alarm ausgelöst werden, wenn die Truhe geöffnet wurde. Die Schüler durften ihre Programme an der Truhe testen und wurden bei einem funktionierenden Alarm mit Gummibärchen belohnt.

Foto: privat
Am Ende waren sich alle einig: Das hat richtig viel Spaß gemacht!
Physik
In Physik war es für unsere Siebtklässler ziemlich „spannend“. Für viele von ihnen war es das erste Mal überhaupt, dass sie sich selbst am Bauen elektrischer Schaltungen versuchen durften: Kabel verbinden, Bauteile richtig einsetzen, Stromkreis schließen – und dann der große Moment: Geht das Lämpchen an oder bleibt es dunkel? Spoiler: Meistens ging es an. Und wenn nicht, wurde so lange getüftelt, bis der Fehler gefunden war. Ganz nach dem Motto: Ohne Strom läuft hier gar nichts! Nachdem die Grundlagen saßen, wurde es kniffliger. Jetzt war eigenes Denken gefragt. Die Aufgabe: Eine UND-Schaltung, eine ODER-Schaltung und sogar eine Wechselschaltung selbst entwerfen und umsetzen. Klingt kompliziert? War es auch ein bisschen. Aber es wurde echtes Tüftler-Talent bewiesen. Mit Teamarbeit, Ausdauer und einer Portion Kreativität entstanden funktionierende Schaltungen, auf die alle sichtlich stolz waren.
Auf die Frage, was ihnen am MINT-Tag am besten gefallen habe, kam die Antwort wie aus einem Mund: „Die Experimente, die wir selbst machen durften!“ Genau darum geht es schließlich bei MINT: selbst ausprobieren, Fehler machen, weiterdenken und Lösungen finden.

Foto: privat
Mathematik
In Mathematik wandelten die Schüler auf den Spuren von Leonhard Euler und machten sich daran den Eulerschen Polyedersatz zu entdecken. Entweder mit Schere und Papier oder mit Hilfe von Steckkästen entstanden farbenfrohe Polyeder mit deren Hilfe an die Abhängigkeit von Seitenzahl, Kantenzahl und Eckenzahl anschaulich nachvollziehen konnte.
Alle waren sich einig: Mathematik ist eben doch mehr als nur stures Rechnen und kann auch richtig Spaß machen.

Foto: privat

Foto: privat
Fazit:
Die Selbsttätigkeit der Schülerinnen und Schüler stand in allen Fachbereichen im Vordergrund. Ein großes Dankeschön allen beteilgten Lehrkräften, die allen spannende Einblicke in die vielfältige Welt der Naturwissenschaften vermitteln konnten.
Michael Hoffmann (im Namen der MINT-Fachschaften)